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Die Whisky Geschichte im Schnelldurchlauf

Wo kommt Whisky her, welche Meilensteine gab es und wo waren die Wendepunkte?

In diesem Artikel möchten wir der Geschichte hinter dem „Wasser des Lebens“ genauer auf den Zahn fühlen. Ich beziehe mich auf verschiedene Quellen, zusammengetragen über die Jahre in Vorbereitung auf unsere Whisky Tastings. Viel Spaß beim Lesen!


ERSTE HINWEISE


Der Sage nach war es Sankt Patrick, der 432 nach Irland zurückkehrte und die Kunst des Brennens auf seiner Missionarsreise erlernte. Ob das ganz genau so war ist anzuzweifeln, aber vermutlich waren es tatsächlich irische Mönche in dieser Zeit, die erstmals Medizin und Parfum destillierten.

Im Jahr 1130 verfasste der „Magister Salernus“ die Mappae Clavicula in der er einen neuen Prozess zur Herstellung von Alkohol durch Destillation beschreibt. Der Alkohol wird jedoch nur für medizinische Zwecke und zur Konservierung von Kräutern verwendet (zumindest laut seiner Abhandlung 😊).



UISGE BEATHA VERBREITET SICH


Ein wichtiger Meilenstein – insbesondere für die Schotten – ist ein Beleg aus der Buchhaltung des Bruders John Cor: In Lindores Abbey wird ein Kauf von gemälzter Gerste dokumentiert, explizit für die Herstellung von „Uisge Beatha“ (Wasser des Lebens; später wurde aus dem Begriff „Whisky“). Dieses Schriftstück stammt aus dem Jahr 1494 und liegt heute in Edinburgh.


1620 wurde dann zum ersten Mal die Herstellung von Aqua Vitae (Lat. Wasser des Lebens) durch eine Maische komplett aus Mais dokumentiert. Das was in Virginia und bis heute ist Mais der wichtigste Bestandteil der Bourbonherstellung.


Im Jahr 1644 wurden erstmals hohe Steuern in Schottland auf Whisky erhoben. Diese wurden in den Folgejahren immer weiter erhöht, sodass es kaum rentabel war legal Whisky herzustellen. Man sagt, dass in den Jahren 1742 bis 1746 über 100 Schotten verhaftet wurden, weil man sie beim Schwarzbrennen erwischt hatte.


WHISKY EROBERT DIE WELT


Eine nicht so bekannte Jahreszahl in der Whiskyindustrie ist 1808. Dennoch markiert sie einen Wendepunkt in der Whiskyszene. Und zwar wurde 1808 die Sklaverei in den USA abgeschafft. Das führte zu einem Stopp des Handels mit Sklaven und dem Handel von Rum mittels selbiger Handelsschiffe. Die Amerikaner tranken fortan kaum noch Rum, dafür umso mehr Whisky. USA war war bereits in dieser Zeit einer der wichtigsten Märkte für Whisky aus Schottland und Irland.


Ab 1823 wurde es dank einer Steuererleichterung erstmals möglich gewinnbringend Whisky herzustellen (der berühmte Excise Act von 1823). Direkt im Folgejahr 1824 zählte man bereits knapp 340 lizensierte Brennereien in Schottland. Im selben Jahr erfand man bei Port Ellen den bis heute verwendeten „Spirit Safe“.



Insbesondere durch das Aufkommen der neuartigen Brennanalgen genannt „Column Stills“ wurde das Brennen auf Masse immer günstiger. Diese Erfindung geht zurück auf den irischen Steuerbeamten Aeneas Coffey (daher auch oft "Coffey Still" genannt). Dieser verfeinerte die bereits vorher entwickelte "Patent-Still". Im Gegensatz zu den aufwendigen, aber bis heute für Single Malt notwendigen "Pot Stills" kann die "Column Still" wochenlang durchgehend brennen und ist dadurch weitaus effizienter (sprich: günstiger).


In dieser Zeit waren die Iren den Schotten in Sachen Whisky noch weit voraus. Gewiefte Fassreifungen oder geschweige denn High-End „Single Malt“ gab es in der Form noch nicht. Erst mit dem Spirit Act von 1860 kamen die ersten Qualitätsregularien auf. Eine Reblausplage im Jahr 1864 in Zentraleuropa führte unerwartet dazu, dass sich die Briten von Wein, Cognac und Sherry lösen mussten und mehr auf den gut verfügbaren, günstigen Whisky aus Schottland fokussierten.


Whisky wurde zwar schon früher in Fässern gelagert (z.B. in den Kellern von James Chivas) aber ein Gesetz hierzu trat erst relativ spät, im Jahr 1915, in Kraft. Damals waren allerdings „nur“ 2 Jahre Reifezeit, was aber bereits zur Schießung einiger Brennereien führte.

Die Prohibition in den USA von 1919 bis 1933 versetzte vor allem dem irischen Whiskey einen Schlag, von dem sie sich bis heute nicht erholen konnten. In den Folgejahren wurden die Schotten zum Inbegriff des guten Whiskys. Ab den 60er Jahren eroberte Single Malt Whisky die Welt.


Wir sind mit unserer Whiskymarke „82 Chapters to Newcastle“ sehr stolz nun auch Teil dieser Geschichte geworden zu sein. Auch wenn wir die Geschichte vermutlich dadurch nicht maßgeblich beeinflussen werden ist es dennoch schön sich vorzustellen, dass vielleicht in 100 Jahren jemand über uns in seinem Blog schreibt 😊.

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